Willkommen bei der Afrika-Akademie in Wuppertal



Die Afrika-Akademie ist eine Veranstaltungsreihe in der es darum geht, sich in Form eines kleinen Seminars von etwa einer Stunde Dauer mit Texten von Autoren auseinanderzusetzen, die eine beruflich und/oder persönliche Beziehung zum afrikanischen Kontinent, seinen Ländern und Kulturen haben und diese Beziehung in den Fokus ihres Schreibens stellen. Thematisch gibt es dabei keine Grenzen. Texte von Schriftstellern, Intellektuellen und Wissenschaftlern werden dabei besprochen. Es geht um gesellschaftliche, historische, politische, kulturelle und wirtschaftliche Fragen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Der Begriff „Afrika“ ist dabei immer auch kritisch zu betrachten, denn natürlich versteckt sich dahinter kein einheitliches Konzept. Es ist ein Unterschied, ob man in Kairo, Kinshasa, Nairobi oder Johannesburg lebt. In der westafrikanischen Sahelzone kann man keine Safari unternehmen und Masken der Edo-Kultur hat es in Simbabwe nie gegeben. So vielfältig wie der Kontinent und seine Kulturen, so vielfältig ist auch der Anspruch der Afrika-Akademie.

Neben den Seminaren gibt es spannende Vorträge und mit dem Café Togo die Möglichkeit in gemütlicher Atmosphäre von Experten etwas über Afrika, seine Länder, Völker und Kulturen zu erfahren. Dafür arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen. Dazu gehören die Bergische Volkshochschule, der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, die Friedrich-Spee-Akademie Wuppertal, der Verein Bethlehem – Hilfe für Bedürftige im Kongo e.V., die Seniorenresidenz Laurentiusplatz und das Stadtteilzentrum Wiki.


Aktuelle Veranstaltungen:


14. Juni 2019, 17.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr: Afrika-Akademie in der Seniorenresidenz Laurentiusplatz, Auer Schulstr. 12, Jagdzimmer:

N'Dianye Tidiane: Der verschleierte Völkermord - Die Geschichte des muslimischen Sklavenhandels in Afrika (Auszug)

Während der europäische Sklavenhandel über den Atlantik im Diskurs hierzulande einen breiten Raum einnimmt, wird der innerafrikanische, durch muslimische Händler praktizierte Sklavenhandel, der vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert reichte, oftmals außen vor gelassen. Anhand der Studie des senegalesischen Schriftstellers N'Dianye Tidiane soll dieser Aspekt der Sklaverei näher betrachtet werden.


14. Juni 2019, 19.00 Uhr, Bergische VHS, Auer Schulstr. 20, Raum B220:

Vortrag von Heiko Schnickmann: African Queens – Starke Frauen im vorkolonialen Afrika.

Durch mündliche und arabisch-schriftliche Überlieferungen sind der Nachwelt starke Frauenfiguren des afrikanischen Mittelalters überliefert worden, um die wir uns in dieser Veranstaltung kümmern wollen. Denn in Afrikas Geschichte wimmelt es von starken Frauen, die wissen, ihren Kopf gegen alle Konventionen durchzusetzen. Dabei geht es nicht nur um Frauen, die als Herscherinnen Politik machen müssen, wie die Könginmutter der Edo, sondern auch um Frauen, die sich für die Liebe entschieden haben und damit Stärke beweisen konnten. Der Vortrag wird einige Frauenleben aus dem west- und zentralafrikanischen Raum vorstellen, wie Yennenga – die Kriegerprinzessin aus dem heutigen Burkina Faso oder Salou Casais und ihre Liebesgeschichte aus Songhai. Der Eintritt ist frei. Es gilt das Prinzip „Pay what you like“.


Freitag 19. Juli, 17.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr: Afrika-Akademie in der Seniorenresidenz Laurentiusplatz, Auer Schulstr. 12, Jagdzimmer:

Felwine Sarr: Afrotopia

Felwine Sarr, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Gaston Berger in Saint-Louis/Sengeal, entwirft in seinem neuen Buch einen Blick auf die Zukunft Afrikas. Ausgehend von gegenwärtigen Entwicklungen propagiert er eigenständige afrikanische Lösungen und sieht die Zukunft des Kontinents als Chance für die gesamte Welt. Das Buch ist bei Matthes & Seitz erschienen und kostet 20 Euro.


Freitag, 13. September, 17.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr: Afrika-Akademie in der Seniorenresidenz Laurentiusplatz, Auer Schulstr. 12, Jagdzimmer:

Stephen Smith: Nach Europa. Das junge Afrika auf dem Weg zum alten Kontinent.

Stephen Smith war für französische Medien jahrelang Journalist in Westafrika und arbeitet heute als Dozent für Afrika-Studien an der Duke Universität in North Carolina/USA. Mit seinem Werk „Nach Europa“ löste er in Frankreich eine Debatte über die Zukunft der Migration nach Europa aus. Sein Werk wurde von Präsident Macron als „großartiges Buch“ bezeichnet, in Deutschland wurde das Werk kritisch als „gefährliches Hirngespinst“ betrachtet. Das Buch ist bei der Edition Fototapeta erschienen und kostet 17,50 €.


Freitag, 20. September, 19.00 Uhr, Bergische VHS, Auer Schulstr. 20, Raum B220:

Die Demokratische Republik Kongo ist seit 1960 ein unabhängiger Staat. Gegründet wurde er 1884/5 auf der Berliner Kongo-Konferenz, als Leopold II. von Belgien den Kongo-Freistaat ausrief. Doch schon davor haben die Völker dieser Region eine reiche Geschichte, die mit dem Fluss Kongo genauso verbunden ist, wie mit Gold, Pygmäen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Vortrag wird den historischen Reichtum dieses riesigen Landes vorstellen und konkretisieren. Der Eintritt ist frei. Es gilt das Prinzip „Pay what you like“.


18. Oktober 2019, 19.00 Uhr, Stadtteilzentrum Wiki, Westkotter Str. 198:

Christoph Schwab: Wuppert(h)aler Geschichte einmal anders - Von einem Ort im südlichen Afrika.

Die Geschichte Wuppertals hat neben ihren vielfältigen lokalen und regionalen Zusammenhängen schon relativ früh auch globale Facetten. Der Vortrag verfolgt einen interessanten Strang dieser Geschichte an den Beginn des 19. Jahrhunderts und in die Nähe Kapstadts an der Südspitze Afrikas. Nicht nur der Name einer dort gelegenen Siedlung bezieht sich auf die Stadt im Bergischen Land. Vielmehr ist der Ort noch heute geprägt von dem Wirken frommer Männer und Frauen, die vor nahezu 190 Jahren aus einem Missionshaus in Barmen dorthin entsandt wurden. Spuren dieses Wirkens finden sich jedoch auch weit über den Ort hinaus und sind bis in den Norden Namibias präsent. Christoph Schwab ist Kurator des Museums auf der Hardt der Vereinten Evangelischen Mission.


Freitag, 22. November, 17.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr: Afrika-Akademie in der Seniorenresidenz Laurentiusplatz, Auer Schulstr. 12, Jagdzimmer:

Martin Klebes: Heart of Lightness - Tim im Kongo und in Amerika

2019 feiert die Comic-Reihe „Tim und Struppi“ von Hergé ihr 90jähriges Bestehen. In Belgien wurde dies mit einer Neuauflage des Erstlings „Tim im Kongo“ gefeiert. Dieses Werk gilt wegen seiner übertriebener überzeichneten Darstellung der Kongolesen und der eurozentristischen Erzählung als rassistisch-koloniales Machwerk. Im Jahr des Jubiläums wird zudem Hergés Haltung zu Faschismus und Antisemitismus neu bewertet, die einen Schatten über den Erfinder der klaren Linie wirft. Martin Klebes ist Professor für Vergleichende Literaturwissenschaften an der Universität von Oregon/USA. Der Text ist im Netz frei verfügbar.


Ein Artikel aus der Westdeutschen Zeitung zum Beginn der Afrika-Akademie: Manuel Praest, Wichlinghauser Projekte für Afrika, WZ vom 20. April 2018.

Das Buch zur Akademie gibt es hier: Afrika. Versuch über einen Kontinent, Remscheid: Rediroma-Verlag 2018.



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